Die Organisation Städte ohne Hunger errichtet momentan an unterschiedlichen Standorten im Ostteil der Stadt São Paulo Gemeindegärten. Die Projektteilnehmer und Ortsansässigen der Projektregionen nehmen über einen partizipativen Prozess an der Planung, Entwicklung und Umsetzung der Projekte teil. Dadurch wird garantiert, dass keinerlei Aktionen gegen den Willen der Ansässigen durchgeführt werden und somit die notwendige Vertrauensbasis für eine effiziente, effektive und dauerhafte Entwicklungszusammenarbeit geschaffen wird.
Die Aktionen konzentrieren sich auf den Ostteil der Hauptstadt des Bundesstaates São Paulo, da deren Bewohner ein sehr niedriges Bildungsniveau aufweisen und eine hohe Arbeitslosenquote, besonders fehlende Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche, sowie ein hoher Gewaltindex charakteristisch für diese Region sind. Dadurch, dass Arbeitsmöglichkeiten, alternative Einkommensquellen geschaffen werden, die Familien der Teilnehmer eine berufliche Ausbildung erhalten, durch die Verarbeitung der Produkte eine Mehrwertsteigerung erzielt wird und das Umweltbewusstsein der beteiligten Gemeinschaften erhöht wird, ist die Projektarbeit nicht nur von sozialer und wirtschaftlicher sondern auch von ökologischer Relevanz.
Soziale Aspekte
Gesundheitsaspekt: Viele Familien der definierten Projektregionen leben unterhalb der Armustgrenze und erhalten oftmals nicht einmal eine Mahlzeit pro Tag. Folglich leiden viele Einwohner unter einer konstanten Immunschwäche und zahlreichen Krankheiten, die aus der schlechten und unzureichenden Ernährung resultieren. Durch die Gemeindegärten wird die Grundernährung dieser Einwohner durch frische Nahrungsmittel mit einem hohen Nährwert, reich an Ballaststoffen, Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen ergänzt und die Krankheitsfälle konnten stark reduziert werden.
Das Wasser, das für die Bewässerung der Gemeindegärten verwendet wird, erfüllt selbstverständlich die sanitären Standards und stammt entweder aus tiefen Brunnen, oder es werden Wasseraufbereitungsanlagen errichtet, die den Gebrauch von Oberflächenwasser erlauben.
Beschäftigungsaspekte: In der Metropolitanregion São Paulo sind ca. 1,9 Millionen Bewohner von der Arbeitslosigkeit betroffen. Die fast nicht vorhandenen Beschäftigungsmöglichkeiten und die fehlende Präsenz des Staates sind die Ursache dafür dass diese marginalen Regionen unter häusliche Gewalt, Alkoholismus, Kriminalität und Drogenhandel leiden. Die Arbeitsplätze die durch die Gemeindegärten entstehen bieten daher eine echte Alternative.
Wirtschaftsaspekte
Die Nachfrage nach landwirtschaftlicher Arbeitskraft in der Gartenkultur ist beinahe 10mal so groß wie der staatliche Durchschnitt bei den wichtigsten Anbaukulturen. Neben der hohen Arbeitskraftintensität, ist die Saisonalität der Nachfrage nach Arbeitern in der Gartenkultur sehr gering. Da die Aktivitäten ausgeglichen über die Monate des Jahres verteilt sind, ist die Arbeitsnachfrage und die Produktion beinahe konstant. Somit werden arbeitsintensive Stellen und Einkommen in einer Metropole geschaffen, von der 20,4% ihrer wirtschaftlich aktiven Bevölkerung arbeitlos sind.
Auch muss man anerkennen, dass die Nahrungsmittelproduktion in Gemeindegärten unter Verwendung von günstigen Inputs möglich ist (z.B. Verwendung von Düngemittelresten oder Eigenproduktion von Düngemitteln durch die organischen Haushaltsabfälle). Durch die Verwendung dieser Materialien, die Umweltpassiva der Gemeinden darstellen, wird zusätzlicher Mehrwert geschaffen.
Umweltaspekte
Folgende Umweltvorteile können genannt werden:
- Zunahme der Wasseraufnahmekapazität der Böden und Verringerung des Oberflächenwasserabflusses sowohl in den definierten Projektregionen wie auch in deren Umgebung
- Zunahme der Untergrundwasserreserven aufgrund der höheren Inflitration von Regenwasser;
- Verringerung des Methangasausstoßes (hauptverantwortliches Gas für den Treibhauseffekt), das sich durch die anaerobe Dekomposition organischer Abfälle auf sanitären Mülllagerstätten bildet;
- Zunahme von Grünflächen;
- Erhöhung der Lebensdauer der sanitären Mülllagerstätten für die Produktion von Kompost;
- Verbesserung der Lebensqualität der städtischen Umgebung in den definierten Projektregionen.








